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120/366 Lockdown-Melancholie

Moin zusammen!

Mein erster voller Tag in der Reha begann nach einer nicht so erholsamen Nacht (Wieso ist bloß die Decke so dünn? Die lässt sich kein Stück zurechtknautschen!), begann der Tag um 5:45 Uhr. Leidlich aufgehübscht erschien ich um kurz nach sechs Uhr zur Blutentnahme, als Nummer vier der Warteschlange. Glücklicherweise waren die Schwestern zu zweit und sehr gut „an der Nadel“, so dass dieser Punkt schnell abgehakt war. Dann – eigentlich – Frühstück, für mich „Zufrüh-Stück“: Ich hatte keinen Hunger und blieb bis zur Frühbesprechung auf meinem Zimmer. Meine Patientenpatin war schon in Sorge. In der Besprechung gab es ein paar Änderungen, weil nicht das komplette Personal voll arbeitet sondern teilweise Überstunden abbauen muss. Schließlich ist die Klinik aus bekannten Gründen nur teilbelegt.

Dann folgte ein Termin auf den nächsten: Einführung in das Oberkörperergometer, Einführung in das Muskelaufbautraining, Mittagessen und schließlich Einführung in die Ergotherapie. Um 15:00 Uhr rief dann mein Personal Trainer an, um mich mit Infos zum Krafttraining und den „dos & don‘ts“ zu versorgen. Fazit: Auf Wackelplatten herumturnen oder Wackelstangen zu schütteln ist nicht zielführend bei der Bekämpfung meiner Rückenschmerzen. Der Fokus muss vielmehr auf „vorne dehnen – Hintern kräftigen“ liegen und ein Gerät beim Muskelaufbautraining ist exakt für letzteres ausgelegt. Na also, jetzt muss ich den Leuten nur noch erklären, warum ich keine 20 Wiederholungen mit niedriger Belastung sondern acht bis zehn mit hoher Belastung machen will.

Vor dem Abendessen bin ich dann, wie ich es mir vorgenommen hatte, zu einem kurzen Spaziergang in die unmittelbare Umgebung aufgebrochen. Mittlerweile haben wir es wohl alle Begriffen, ein Lockdown ist absolut belastend. Für alle: Kinder ohne KiTa oder Schule, Homeoffice-Eltern im Dauerstreß, Solo-Selbständige und den Menschen, die, wie in Waren und viele andere Ferienorte in dieser Gegend, vom Tourismus leben. Unter normalen Umständen hätte ich niemals diese melancholische Situation in einer Woche vor dem langen 1. Mai-Wochenende „Am Seeufer“ einfangen können. Es tut mir so leid für die Kinder, die nicht wippen dürfen, für die Eltern, die sich nicht am Spaß ihres Nachwuchses freuen können und für die, die verzweifelt um ihre Existenz bangen.

Trotzdem oder gerade deswegen: Bleibt munter!

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