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77/365 Château de Jo

Moin zusammen!

Während die Kinder heute in ihren Familien bespasst wurden (was nach WeChat-Informationen wohl sehr gut geklappt hat), waren alle nicht rekonvaleszenten Erwachsenen ins Haus des Gastgebers von „our Leader Lars“, Herrn Jo (das schreiben die Chinesen ganz anders, aber so klingt es für uns), eingeladen. Eigentlich dem Haus seines Sohnes, das auf dem Gelände von dessen Firma steht. Nun ist der Sohn aber offenbar man grad so um die 18 Jahre alt, das Haus riesengroß und in der Firma hat „our Leader Lars“ in der ganzen vergangenen Woche noch nicht einen Arbeiter gesehen. Seltsam, seltsam.

Als wir für einen kleinen Ausflug in die bei den herumstehenden Maschinen geparkten Autos einstiegen, bot sich die Gelegenheit mal nach dem Betätigungsfeld der Firma des Filius zu fragen und was man denn so mit den – offensichtlich uralten, verstaubten, nicht betriebsbereiten – Maschinen so machen würde. Naja, war die schwammige Antwort, es ginge ja um rostfreie Stahlrohre und überhaupt, man bräuchte diese Maschinen für die Qualitätskontrolle von angelieferten Produkten, die man weiterverkaufen würde. Nee, is‘ klar – mit einer Drehbank von Anno Schnulle für deren ausgestöpselten, europäischen Schukostecker nebst mürben Kabel weit und breit keine passende Steckdose zu finden ist? Da fragen wir mal lieber nicht weiter, wie ein solches Unternehmen das Geld für ein dreistöckiges Haus mit diversen Büros (in dem des Chefs hat das Tischtelefon leider gar kein Kabel ????), einer Riesenküche, einem Speisesaal mit Tischtennisplatte, mehreren Schlafräumen mit jeweils separaten Badezimmern, einem Billard-, einem Fitness- und einem Karaokezimmer abwerfen kann. Die für nach dem Spaziergang angekündigte weitergehende Erläuterung zum Tätigkeitsfeld des Sprößlings, wurde dann natürlich chinesische-elegant bei der Rückkehr „vergessen“. Egal, wir waren zum Essen da. Und das gab es dann auch satt und reichlich! Es wurde zum Mittag- und Abendessen aufgetischt, was die Drehplatte tragen konnte. Zum Schluß türmten sich die Teller mit den Leckereien (ganze Wachteln, Muschel, Krabben, Krebse, Steaks, Fisch in diversen Variationen, verschiedene Frühlingsrollen, um nur eine kleine Auswahl zu nennen) bedrohliche drei Etagen hoch. Eine unfassbare Großzügigkeit der Gastgeber! Frühstück brauche ich morgen sicher nicht, aber ich glaube, da wird mein Gastgeber keine Gnade kennen…

Morgen, wahrscheinlich zum Nachmittag, werden wir wieder vollzählig sein und unseren gesunden „Kranken“ in unserer Mitte begrüssen können. Der gemeinsamen Rundreise im vollständigen Team steht also nichts mehr im Wege. Oder sollte ich sagen „fast nichts mehr im Wege“? So richtig gut scheint es hier nämlich die chinesische Seite nicht zu finden, wenn man so kurz nach einem Krankenhausaufenthalt eine Rundreise antritt. Mal schauen, ob es da noch Differenzen geben wird. Wir haben unseren Standpunkt sehr deutlich gemacht: Bei uns entscheidet ein erwachsener Mensch selbst was er macht – ohne wenn und aber und allen Chinesen zum Trotz.

Munter bleiben!

P.S.: Auf dem Foto von links nach rechts: Verena, die Frau von Herrn Jo, der Firmenchef/Sohn von Herrn Jo, der Lehrer Herr Jo, meine Wenigkeit (aka Schuschu – also Onkel, wie der Sohn meines Gastgebers mich nennt) und „our Leader Lars“, vor dem Firmenschild in der Eingangshalle des „Häuschens“.

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