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Portrait mit Kompaktblitzen

Moin zusammen!

Vor kurzem bat mich Matthias (Inhaber der Fa. Holzbau Hauschildt) einige neue Mitarbeiter zu fotografieren. Da ich bereits in 2011 die Belegschaft abgelichtet hatte und sich die neuen Aufnahmen harmonisch mit den älteren ergänzen sollten, stand der Aufbau fest: Die Person vor rein-weißem Hintergrund mit leichten Schatten nach vorn. Das Licht eher knackig, hochfrontal mit einem wahrnehmbaren Lichtabfall nach unten.

In 2011 sind die Aufnahmen v.O. auf dem Firmengelände entstanden, einfach weil es logistisch so am einfachsten war. Damals habe ich auch mehrere hundert Belichtungen gemacht. Weil für eine solche halbtägige Aktion ordentlich Ausdauer seitens der Blitze erforderlich ist, hatte ich meine Studioblitzanlage mit nach Groß Kummerfeld geschleppt. Dieses Mal habe ich – besonders in Hinblick darauf, dass ich diesen Betrag schreiben wollte – für den Aufbau  batteriebetriebenen Kompaktblitzen benutzt. Und so sah das Ganze dann aus:

2013-09-30_0002

Rechts und links stehen zwei Blitze der Fa. Yongnuo (amazon Link), in der 40x40cm Softbox der Fa. flash2softbox steckt ein Canon EX430 II. Dieser wurde per Funk (amazon Link) von der Kamera ausgelöst, die beiden Hintergrundblitze zündeten per eingebauter Fotozelle. Die beiden Stellwände rechts und links verhindern direktes Licht von den Hintergrundblitzen auf die Person. Weiße Hartfaserplatten dienen als Untergrund, damit sich ein schöner Schatten bildet.

Zum Einmessen des Lichts: Als erstes lege ich die gewünschte Blende am Objektiv fest (die Verschlußzeit steht bei Blitzaufnahmen im Studio standardmässig auf 1/125 Sek.). Den Hauptblitz stelle ich auf halbe Leistung – einfach, weil ich dann gut nach oben oder unten regeln kann und der Blitz nicht mit größter Leistung arbeiten muss, was seiner Haltbarkeit abträglich ist – und messe mit dem Blitzbelichtungsmesser vom Motivstandpunkt in Richtung Kamera einen Testblitz aus. Die Empfindlichkeit steht dabei auf ISO 100. Wenn mir der Belichtungsmesser jetzt eine Bl. 5,6 anzeigt, passt’s. Zeigt er mir Bl. 8,0 oder höher, reduziere ich die Leistung am Blitz (der natürlich im manuellen Modus steht – die Hintergrundblitze können nebenbei bemerkt gar nichts anderes als Manuell), zeigt er mir Bl. 4,0 oder niedriger, erhöhe ich die Empfindlichkeit entsprechend bis meine Wunschblende von 5,6 erreicht ist. Jetzt messe ich direkt vor dem Hintergrund die beiden anderen Blitze ein. Das geht natürlich nur noch, in dem ich deren Leistung anpasse. In diesem Fall kam ich bei 3/4 Leistung auf meine gewünschte Bl. 11, die mir einen rein-weißen Hintergrund garantiert. Zur Sicherheit messe ich abschließend immer noch einmal vom Aufnahmestandpunkt in Richtung Hintergrund. Der Standpunkt ist dann richtig, wenn vom Hintergrund höchstens so viel Licht auf das Motiv reflektiert wird, wie vom Hauptlicht auf das Motiv scheint; mir also wieder Bl. 5,6 angezeigt wird. In diesem Fall stimmte sofort alles und es konnte losgehen.

Das Ergebnis sieht dann – nach einigen kleineren Korrekturen in LR5 – so aus:

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Ihr seht, extrem teures Equipment ist nicht in jedem Fall notwendig – jedenfalls nicht für so ein kleines Shooting.

Vielleicht motiviert Euch ja der Beitrag selbst einmal etwas mit den kleinen „Taschensonnen“ zu experimentieren – es lohnt sich!

 

Bleibt munter,

Euer Jörg

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